Pressemitteilung:

  • Baesweiler, 19. Mai 2018

Abriss des Rathauses Setterich

SPD-Ratsfraktion setzt sich für Konzept zur Nachnutzung ein
Eine Stadt – zwei Rathäuser. Damit soll nach dem Willen des Bürgermeisters bald Schluss sein. Denn das in die Jahre gekommene Rathaus am Standort Setterich zu sanieren wäre für die Stadt teurer, als den Gebäudekomplex in der Baesweiler Mariastraße umzubauen und zu erweitern.

Der marode Zustand des Settericher Rathauses war den Ratsvertretern durch ein Ingenieurbüro erläutert worden. „Diesen Angaben nach war das Rathaus wirtschaftlich vertretbar nicht mehr zu retten“, kommentiert SPD-Fraktionsvorsitzender Markus Schallenberg. Im vergangenen Jahr hat der Rat der Stadt daher beschlossen, Pläne für eine Erweiterung des Rathauses in der Mariastraße voranzutreiben. Dabei hegt die Verwaltung die Hoffnung, mit Fördermitteln die Stadtkasse von den enormen Baukosten zu entlasten.
Über Jahre hat die Stadt zu wenig in den Erhalt des Settericher Rathauses investiert.

„Es ärgert uns sehr, dass der bauliche Zustand und der Sanierungsbedarf erst Thema im Rat wurden, als es zu spät war“, so Schallenberg. „Es bringt aber nichts, sich nun gegen die Fakten zu stemmen. Eine Sanierung des Standorts Setterich wäre unverantwortlich teuer. Und zahlen müssten das letztlich die Bürgerinnen und Bürger.“ Zähneknirschend hat die SPD daher den Erweiterungsplänen für das Baesweiler Rathaus zugestimmt. In letzter Konsequenz wird dies einen Abriss des Settericher Verwaltungsbaus bedeuten, auch wenn es hierzu noch keinen formalen Beschluss gibt.

Die Sozialdemokraten erwarten jedoch, dass jetzt bereits frühzeitig über ein Konzept für die Nachnutzung des Geländes An der Burg nachgedacht wird. Denn für die Settericher bedeutet das alte Rathaus viel. Nicht nur ist es Symbol für die kurze Zeit der Eigenständigkeit der Gemeinde Setterich in den Jahren 1961 bis 1972. „Es ist auch angemessen, im zweitgrößten Ortsteil Ansprechpartner der Verwaltung vor Ort zu haben“, meint Schallenberg. Ein Verkauf des Geländes an private Investoren kommt für die SPD nicht in Betracht: Der Bereich soll zur Stärkung des Ortsteils Setterich genutzt werden.

„Wir können uns beispielsweise gut vorstellen, den Gebäudeteil der ehemaligen Hausmeisterwohnung zu erhalten und als zeitweises Bürgerbüro zu nutzen.“ So wäre die Stadtverwaltung für die Settericher weiterhin zu Fuß erreichbar. Der restliche Bereich des Grundstücks könnte genutzt werden, um einen attraktiven Eingangsbereich zum Park zu gestalten. Auch ein Vereinsheim nach den Vorbildern in den Ortsteilen Oidtweiler und Beggendorf wäre denkbar. Schallenberg: „Es geht nicht darum, sich jetzt festzulegen, sondern schon in einem ganz frühen Stadium zu zeigen, dass es eben nicht egal ist, was später mal an der Stelle des Rathauses passiert.“ Nach dem Willen der SPD soll der öffentliche Raum auch öffentlich bleiben und die Lebensqualität der Settericher verbessern.